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PFERDE AUF DIE WEIDE

ARTGERECHTE HALTUNG FÖRDERT DIE BIODIVERSITÄT

Im Rahmen einer Kooperation zwischen dem NABU Brandenburg e.V. und der Vereinigung der Freizeitreiter Deutschlands (VFD Brandenburg e.V.) beschäftigt sich die Arbeitsgruppe „Pferd und Biodiversität" mit Fragen einer tiergerechten Pferdehaltung und den Synergieeffekten zur Erhaltung der Artenvielfalt.

Wie beispielsweise Anne Loba in der Lichterfelder Weidelandschaft zeigt, kann man auch mit „normalen Pferden“ Landschaftspflege betreiben und einen wichtigen Beitrag zur Förderung der Artenvielfalt leisten. Sie setzt dabei auf Pioniervegetation und viel Handarbeit, beispielsweise zur Eindämmung von Weideunkräutern oder Giftpflanzen. Mit dem Verzicht einer maschinellen und/oder chemischen „Weidepflege“ sowie der Nachsaat mit Weidelgras-Saatgutmischungen lässt sich nicht nur Geld sparen, sondern auch die Biodiversität und Pferdegesundheit fördern. Auch Frau Dr. Renate Vanselow hat bereits in zahlreichen Publikationen aufgezeigt, dass die typischen Weidvelgras-Saatgutmischungen nicht nur artenarm, sondern auch schädlich für Pferde sind. Die hohen Fruktan- und Proteingehalte im Weidelgras fördern Hufrehe und führen bei den meisten Freizeitpferden zu Fettleibigkeit. Wichtig ist dabei vor allem, dass die Pferdeweiden nicht zu stark übernutzt und golfrasenartig abgefressen werden. Um eine Überbeweidung zu vermeiden, sollte der Tierbesatz an den Standort angepasst und/oder ganzjährig Heu zugefüttert werden. Naturnahe Weiden, die sowohl der Pferdegesundheit als auch der Artenvielfalt dienen, sind gekennzeichnet durch:
• Artenreichtum, insbesondere viele Kräutern wie beispielsweise Scharfgabe, Beifuß, Wilde Möhre, die zumindest teilweise zur Blüte kommen (z.B. als Nahrung für Tagfalter).
• Stehenbleiben von Weideresten, insbesondere Disteln mit dicken Stängeln (z.B. als Ansitzwarten für Braunkehlchen, Strukturen für Heuschrecken, Überwinterungsmöglichkeiten für Insekten).
• vereinzelte Kothaufen (Verzicht auf übermäßigen Einsatz von Wurmkuren zur Förderung von Dungkäfer, Dungfliegen etc. als wichtige Nahrungsgrundlage für Vögel und Fledermäuse).
• vereinzelte Bäume und Sträucher (natürlicher Witterungsschutz, Förderung von Vögeln, Insekten und Pferdegesundheit).
Insbesondere das Aufwachsen lassen von dornenbewährten Sträuchern wie Hundsrose, Weißdorn oder Brombeere bietet Lebensraum für Vögel und Nahrung für Insekten. Außerdem bieten die Früchte der Hundsrose viel Vitamin C und die Früchte des Weißdorns sind förderlich fürs Herzkreislaufsystem.

Ninett Hirsch
 

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