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HOMMAGE AN DIE SCHÖNHEIT DER NATUR

LANDSCHAFTSMALEREI VON DR. HORST-WERNER SCHNEIDER

Die Gemälde von Dr. Horst-Werner Schneider erinnern an die Landschaftsmalerei des Deutschen Romantikers Caspar David Friedrich im 19. Jahrhundert. Dessen Motive und altmeisterliche Malweise, akademische Lasurtechnik mit transparenten Farbschichten, haben Schneider inspiriert. Friedrich stellt in seinen Werken häufig den Menschen klein als Rückenfigur in der Betrachtung der Natur versenkt dar und thematisiert damit seine pantheistische Weltanschauung. Hingegen sind die Landschaften Schneiders menschenleer.

Der Mensch scheint abwesend, aber er hinterlässt Spuren seines Wirkens und Schaffens. Wiederholt portraitiert Schneider seine Brandenburgische Wahlheimat, u.a. den „Kreuzbrucher Schwemmgraben“. Dieser erinnert daran, dass der Mensch Eingriffe in die unberührte Natur vorgenommen hat. Vor ca. 300 Jahren ließ der Soldatenkönig Friedrich Wilhelm I. Kreuzbruch gründen. Angesiedelte Bewohner aus der Schweiz entwässerten das Sumpfland mithilfe der von Hand ausgehobenen Gräben und machten es urbar. Mit Regenwasser gefüllte Spuren eines Traktors weisen den Betrachter auf die heutige Zeit hin. Im Gemälde „Kreuzbrucher Silbermond“ dominiert der Himmel die Szenerie mit einer dramatischen Wolkenkonstruktion, die vom Mond beschienen wird. Im schmalen Landschaftsstreifen kontrastiert ein karger Sandweg, durch den sich ein Riss zieht, mit der umgebenden rötlichen Blütenpracht – daneben irritierend ein zeitgenössischer Regenwassereinlauf. Assoziationen von einem steinigen Lebensweg und Melancholie entstehen. Die Malerei geht über die sachliche Landschaftsdarstellung hinaus und wird zum Ausdruck der Seele, zum Blick ins Innere.
Immer wieder wird der Mensch durch winzige detaillierte Versatzstücke der heutigen Zivilisation in den scheinbar zeitlosen Landschaften repräsentiert. Im Gemälde "Nacktstrand" versperrt ein von der Abendsonne beschienener, entwurzelter, entlaubter Baum als Vanitassymbol den Zugang zur idyllischen Seenlandschaft. Nur ein an den Ästen aufgehängter Bikini hinterlässt den Hinweis auf den abwesenden weiblichen Badegast. Der niedrige Horizont in den Bildern lässt die menschenleeren Landschaften größer und gewaltiger erscheinen. Skizzen entstehen in der Natur, die Farben werden im Atelier gesetzt. Sie lösen sich mit gesteigerter Ausdrucksstärke und Detailreichtum vom vorangegangenen Naturstudium. Die Farbigkeit und der Kontrastreichtum erhöhen die Intensität und Leuchtkraft der Gemälde. Himmel, bizarre und dramatische Wolken, Sonne und Mond, leuchtende Horizonte, Naturgewalten, Wasser und Berge, Klarheit und Dunst, das Spiel von Licht und Schatten, Sonnenstahlen, gleißendes Licht bis hin zur Finsternis, bestechende Klarheit im Kontrast zu Nebel und Zwielicht stellen ausdrucksstarke Motive dar. Sie wecken Assoziationen an surrealistische und phantastische Malerei. Schneider selbst bezeichnet seine Kunst als „Phantastischen Realismus“. Dabei bezieht er sich eher auf Rudolf Hausner und die Wiener Schule als auf die Surrealisten. Dennoch erinnern die niedrigen Horizonte und die gewaltigen Landschaften an die Malerei Salvadore Dalis. Schneiders Gemälde bewegen sich zwischen sachlicher Darstellung seiner Heimat und Stimmungslandschaften als Ausdruck von Gefühlen und Sehnsüchten. Ein konkretes religiöses oder politisches Statement ist nicht beabsichtigt. Vielmehr sieht Schneider seine Malerei als Hommage an seine Heimat in Brandenburg und Mecklenburg-Vorpommern sowie Huldigung, Hohelied an die Schönheit der Natur und alle ihn inspirierenden Landschaften dieser Welt.


Kerstin Wüstenhöfer
Malerin und Fotografin

                                                                                                                                                                           

INFO

Horst-Werner Schneider (1944 in Elbingerode im Harz geboren) verschreibt sich seit 2005 intensiv der Landschaftsmalerei auf der Suche nach malerischer Perfektion. 2015 wird Schneider Mitglied im Pommerschen Künstlerbund und 2016 im BBK Mecklenburg-Vorpommern. 1995 lässt er sich in Kreuzbruch/Oberhavel im Land Brandenburg nieder und erwirbt dort 1998 die verfallene profanierte Kirche, einst nach Plänen vom Schinkel-Schüler Friedrich August Stüler erbaut. Schneider baut sie wieder auf, restauriert sie und heute wird das ehemalige Gotteshaus u.a. als imposanter Ausstellungsraum für seine Bilder genutzt. Wie in der Baukunst sind Schneider in der Malerei gute Materialien, handwerkliches Können, kostbare Rahmung und hochwertige Präsentation wichtig. Er lebt in Kreuzbruch sowie in Berlin als auch in Mecklenburg-Vorpommern.
Schneiders verschiedene Berufsausbildungen und Berufe (Dr. Ing. für Maschinenbau, Erfinder, Patentanwalt, Projektentwickler und Städtebauplaner) haben seine Unabhängigkeit von materiellem Druck, inhaltlichen Vorgaben oder Erfordernissen des Kunstmarktes begründet und eine wirtschaftliche Basis geschaffen. Malerei versteht er als seine Berufung. Sein Drang zu malen entsteht aus Verletzlichkeit und der Suche nach einer eigenen Welt, in die er während des Malprozesses eintaucht. Es erfüllt ihn mit innerer Ruhe, wenn ein Werk vollendet ist.
Infos und Kontakt: www.horstwernerschneider-kreuzbruch.de

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