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Ausgabe 3/2018

Für artenreiche Pferdeweiden

AG PFERD & BIODIVERSITÄT gegründet

In Kooperation zwischen den Landesverbänden des NABU, der Vereinigung der Freizeitreiter sowie dem NABU Potsdam hat sich im Juni 2018 die Arbeitsgruppe (AG) Pferd und Biodiversität gegründet. Ziel ist es, Naturschützer und Pferdehalter besser miteinander zu vernetzen und gemeinsame Ziele zu erreichen. Die AG beschäftigt sich unter anderem mit Fragen der Artenvielfalt rund um die Pferdehaltung.

Drei Fragen stehen im Fokus der AG Pferd und Biodiversität:


Wie kann die Biodiversität auf Weiden und Reitanlagen gesteigert werden?
Welche Möglichkeiten bestehen, Freizeitpferde in der Landschaftspflege einzusetzen?
Wie kann das Mahdgut von Naturschutzflächen genutzt werden?

Vor dem Hintergrund dieser drei Fragen fand im Juni 2018 unter der fachkundigen Leitung des Naturschutz-Fördervereins Döberitzer Heide e.V. eine Exkursion in das Naturschutzgebiet Ferbitzer Bruch statt. Die Pferdehalter konnten sich dabei die Effekte einer extensiven Ganzjahresbeweidung mit Rindern und Pferden anschauen. Besonders eindrücklich war der natürliche Aufwuchs von dornigen Sträuchern wie Weißdorn oder Hundsrose, die durch die Beweidung bonsaiartig gestaltet wurden. Die Sträucher sind wiederum wertvolle Mikrohabitate für andere Pflanzenarten, die in ihrem Schutz aufwachsen können sowie für zahlreiche Insekten und Brutvögel. Eingestreute Baumgruppen bilden natürliche Unterstände und gestalten mit den Bonsaisträuchern eine halboffene, vielfältige Landschaft.
Neben den positiven Effekten der Beweidung für die Biodiversität wurde über die naturnahe Haltung der Pferde diskutiert. Durch die Vielfalt an Pflanzen und Gehölzen wird eine Mineralfuttergabe unnötig (auch wenn Minerallecksteine angeboten werden) und insbesondere für leichtfuttrige Robust- und Ponyrassen wäre die große Bewegungsfreiheit auf mageren Flächen ideal.
Zum Abschluss der Exkursion zeigte der Förderverein eine artenreiche, magere Pfeifengraswiese. Die dort wachsenden Knabenkräuter waren teilweise schon verblüht, aber es gab noch viele andere Schönheiten, beispielsweise die Prachtnelke, zu bewundern. Weitere seltene und vom Aussterben bedrohte Arten auf dieser Fläche sind Knollige Kratzdistel und Filz-Segge.
Die Wiese wird nicht gedüngt und einmal im Jahr, in der Regel im August, gemäht. Die Exkursionsteilnehmer stellten fest, dass das Heu von solch mageren, spät geschnittenen Wiesen ein ideales Futter für leichtfuttrige Robustrassen wäre. Neben dem geringen Proteingehalt haben diese Wiesen einen hohen Anteil an Kräutern, wie man es sonst nur bei Bergwiesen kennt.

 

Ninett Hirsch

Stfitung NaturSchutzFonds Brandenburg

Wer Interesse hat, sich bei der AG Pferd und Biodiversität zu engagieren oder über die folgenden Termine informiert werden möchte, kann sich melden bei: hirsch@nabu-brandenburg.de.

 

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