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Volksinitiative gestartet

Naturschutzverbände wollen „Artenvielfalt retten – Zukunft sichern

Wer mit aufmerksamem Blick durch das Sutschketal bei Königs Wusterhausen wandert, entdeckt dort viele Bäume, die am Stamm von einem hellen Band gezeichnet sind. Es handelt sich um frisch geringelte Traubenkirschen – eine Maßnahme des Projekts LIFE Sandrasen, das sich von 2013 bis 2019 im Dahme-Seengebiet für Trockenlebensräume einsetzt.


Eine politische Kehrtwende hin zu einer naturverträglichen Landwirtschaft ist nicht nur eine Forderung von Naturschutzverbänden. Brandenburgs Bürgerinnen und Bürger erwarten von der Landespolitik drastische Verbesserungen für Natur und Umwelt. Verbraucherinnen und Verbraucher fordern von der Landwirtschaft die Erzeugung von gesunden Nahrungsmitteln. Gleichzeitig darf dies nicht weiter auf Kosten von Boden, Wasser, Klima, Biodiversität und Landschaft gehen. Die Landesregierung muss endlich tätig werden und gesetzliche Voraussetzungen schaffen, um mehr Vielfalt in die Landschaft zu bringen, Lebensräume und Lebensgemeinschaften zu erhalten sowie Boden und Wasser effektiver zu schützen.
Die Naturschutzverbände NABU und BUND starteten im April gemeinsam mit der Fördergemeinschaft Ökologischer Landbau (FÖL), Naturfreunde und Grüne Liga, der Aurelia Stiftung und einem breiten Bündnis in die Volksinitiative „Artenvielfalt retten – Zukunft sichern“. Durch die Vorlage eines konkreten Gesetzentwurfs der Volksinitiative soll die Artenvielfalt in der Agrarlandschaft erhalten und der Schutz von Insekten erreicht werden. Dabei versteht sich der Naturschutz als Partner der Landwirte, um die Artenvielfalt in den Agrarlandschaften zu erhalten und wieder zu verbessern.
Wichtigster Punkt ist, die Agrarförderprogramme und vorhandenen finanziellen Mittel für eine naturverträgliche Landschaft einzusetzen. Jedes Jahr stehen für die Förderung der landwirtschaftlichen Betriebe in Brandenburg bis zu 500 Millionen Euro zur Verfügung. Nur ein kleiner Teil davon wird aber für die Förderung des Naturschutzes in der Landwirtschaft eingesetzt. Das Land Brandenburg hat als einziges Bundesland keine Agrarförderung für Ackerflächen, die wirksam gegen das Artensterben eingesetzt wird. Ackerflächen machen aber drei Viertel der landwirtschaftlichen Nutzfläche aus. Dazu gehört auch, kleinteilige Strukturen in der Landschaft zu fördern: durch mehrjährige, selbstbegrünende Brachen und Blühflächen, Hecken- und Saumstrukturen, Kleingewässer oder Baumreihen lassen sich viele wichtige Rückzugsräume für Insekten, Vögel und Kleinsäugetiere schaffen, vorhandene Biotope vernetzen und große Monokulturflächen aufbrechen. Damit würde auch ein wichtiger Schritt in Richtung Anpassung an den Klimawandel gegangen. Hierzu soll das Land betriebsintegrierte Beratungen unterstützen, damit Landwirte zielgerichtet Maßnahmen umsetzen können, die auf ihre Betriebsflächen und in ihren Betriebsablauf passen. Naturschutzfachliche Maßnahmen oder Mehraufwände für eine naturverträgliche Bewirtschaftung müssen entsprechend ausreichend honoriert werden. Auch die Förderung des Ökolandbaus ist ein wichtiger Baustein zum Erhalt der Artenvielfalt. Schon das Maßnahmenprogramm der derzeitigen Landesregierung fordert einen Ausbau der ökologischen Landwirtschaft auf 20 Prozent der Agrarfläche bis 2020. Von diesem Ziel sind wir in Brandenburg mit derzeit nur elf Prozent noch weit entfernt.
Des Weiteren sollen chemisch-synthetische Pestizide aus Naturschutz- und FFH-Gebieten Brandenburgs verbannt werden. Auch der Schutz der Gewässer soll durch Gewässerrandstreifen verbessert werden. Darüber hinaus finden sich weitergehende Forderungen wie die Minderung des Flächenverbrauchs im Außenbereich, die Förderung kommunaler Projekte zur pestizidfreien Bewirtschaftung öffentlicher Flächen und zur Minderung der Lichtverschmutzung.
20.000 gültige Unterschriften sind für den Erfolg der Volksinitiative erforderlich. Die Brandenburger Initiatoren erhoffen sich aber eine deutlich höhere Zahl und damit ein wirksames, starkes Signal an die Landesregierung. Die Unterschriften zur Volksinitiative können innerhalb eines Jahres gesammelt werden. Jeder Brandenburger und jede Brandenburgerin ab 16 Jahre ist unterschriftsberechtigt.

Julia Ehritt
NABU Brandenburg

 


Wie kann ich die Volksinitiative unterstützen?

- Sammeln Sie Unterschriften bei Freunden, Bekannten und Familienmitgliedern
- Legen Sie Unterschriftenlisten aus und senden Sie die vollen Listen an die Initiatoren zurück (Volksinitiative Artenvielfalt, Haus der Natur, Lindenstraße 34, 14467 Potsdam)
- Spenden Sie, um Materialien und Aktionen mitzufinanzieren
- Machen Sie in den sozialen Netzwerken auf die Volksinitiative aufmerksam

Unterschriftenlisten erhalten Sie auf der Webseite der Volksinitiative zum Download.
www.artenvielfalt-brandenburg.de
E-Mail: info@artenvielfalt-brandenburg.de
Facebook: /artenvielfalt-brandenburg
Twitter: @artenvielfaltBB
Instagram: @artenvielfaltBB

Spenden richten Sie bitte an folgendes Konto:
Berliner Volksbank
IBAN DE 57 1009 0000 1797 7420 11.
Stichwort: „Spende Volksinitiative Artenvielfalt Brandenburg“

Kontakt Volksinitiative
Julia Ehritt
Naturschutzreferentin
NABU Brandenburg
Lindenstraße 34
14467 Potsdam
Tel.: 0331-20155-71

Viola Dannenmaier
Kampagnenkoordinatorin Volksinitiative Artenschutz
c/o BUND Brandenburg
Mauerstraße 1
14469 Potsdam
Tel.: 0331-703997-15

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