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Kräfte bündeln

Bundesweites Bildungsnetzwerk für Klimaschutz macht auch ohne Förderung weiter

Bereits seit dem Frühjahr 2017 vertreten das Naturschutzzentrum Ökowerk Berlin e.V. und das NABU-Naturerlebniszentrum Blumberger Mühle die Bundesländer Berlin und Brandenburg im bundesweiten Netzwerk BildungszentrenKlimaschutz. Als sich die 16 Partner im vergangenen Dezember anlässlich ihrer Statustagung in Ophoven trafen, wussten bereits alle, dass die finanzielle Förderung durch das Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz und nukleare Sicherheit am 31.03.2019 enden würde. Dennoch beschlossen sie einstimmig, die gemeinsame Arbeit getreu dem Motto „Gemeinsam voneinander lernen“ auch ohne finanzielle Unterstützung fortzuführen.

Von der Fortführung des Projektes profitieren nicht nur die Blumberger Mühle und das Ökowerk Berlin. Vielmehr unterstützt das Projekt die Arbeit sämtlicher Multiplikatoren, die sich über die Internetseite oder den Newsletter des Projekts miteinander vernetzt haben. Jedes Bundesland ist im Netzwerk mit einem Zentrum vertreten. Zu ihnen zählen beispielsweise das Klimahaus Bremerhaven, das Nationalparkzentrum Rügen, eine Jugendherberge und eine Volkshochschule.

Einige Ergebnisse der bisherigen Projektarbeit:

- Bewährte Bildungsangebote wurden optimiert. Zwar  ist der Klimaschutz nicht immer auf den ersten Blick im Titel ersichtlich, doch in den Inhalten der optimierten und neuen Bildungsangebote ist er fest verankert. Das Ökowerk widmete sein Sommerfest 2018 ganz dem Klimaschutz (vgl. naturmagazin 2018/2), während die Blumberger Mühle ein Klimacamp für Kinder in den Sommerferien ausrichtete.
- Jedes Zentrum besitzt nun auf seinem Gelände eine Klimaschutzinstallation (siehe Infobox 1). Ihre Aufgabe ist es, die Besucherinnen und Besucher für den Klimaschutz zu sensibilisieren. In der Blumberger Mühle wurde hierfür eine Solardusche, die als Prototyp von der Angermünder Solarfirma AkoTec entwickelt wurde, installiert und im August 2018 mit Ferienkindern feierlich eingeweiht. In einer einfacheren Variante kann sie nun Heimwerkerinnen und Heimwerkern als Inspiration dienen und von ihnen nachgebaut werden.
Im Ökowerk schwebt die Klimaschutzinstallation als Solarmodul über dem „Froschparadies“. Es versorgt die im Teich befindliche Umwälzpumpe mit Strom und sorgt dort für ausreichende Belüftung. Die Sonne lädt  auch eine separate Solar-Powerbank, die von den Besucherinnen und Besuchern zum Laden ihrer Mobiltelefone genutzt werden kann. Photovoltaik wird so zum Alltagsbegleiter.
- In jedem Zentrum steht ein „Baukasten Klimaschutz“ mit Lehrmaterialien zur Ausleihe für alle Interessierten bereit. Er enthält vielfältige pädagogische Materialien für spannender Experimente, Spiele und Unterrichtseinheiten rund um das Thema Klimawandel und Klimaschutz. Er eignet sich für Klimaprojekte und Aktionswochen in Schulklassen ebenso wie für Projekte mit offenen Gruppen. Für Selbstabholer ist die Ausleihe an allen Standorten kostenfrei.
- Alle Zentren konnten mit Veranstaltungen und Fortbildungen bereits eine Vielzahl von weiteren außerschulischen Zentren und andere Multiplikatoren erreichen.
- Last but not least arbeiten sämtliche Einrichtungen derzeit daran, ihren eigenen CO2-Ausstoß mit einer Optimierung ihrer Abläufe und Prozesse zu reduzieren. Dem Ökowerk kommt hierfür die Förderzusage des rot-rot-grünen Senats für Mittel aus dem Sondervermögen Infrastruktur der Wachsenden Stadt und Nachhaltigkeitsfonds (SIWANA) gerade recht. Die Planungen zur Reduzierung des CO2-Ausstoßes des Zentrums sind bereits in vollem Gange, das naturmagazin wird berichten.
Auch für die Blumberger Mühle war im Laufe der Projektlaufzeit die Weiterentwicklung zu einer klimafreundlicheren Einrichtung mit Vorbildfunktion ein wichtiger Schritt. Durch die Errichtung einer neuen Photovoltaik-Anlage konnte die CO2-Bilanz des Zentrums deutlich verbessert werden. Weitere investive Maßnahmen zur energetischen Gebäudesanierung sind geplant. Außerdem haben sich die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter den strengen Vorgaben des NABU-Bundeverbandes in Form von Umweltleitlinien verpflichtet.

Die Blumberger Mühle und das Ökowerk bleiben dran. Bei aller Betroffenheit in diesen essentiellen Zukunftsfragen kommen konkrete Handlungsoptionen, verbunden mit Kreativität, persönlichen Erfahrungen und Spaß in der Gruppe, nie zu kurz. Damit die Kinder den Klimawandel nicht einfach „ausbaden“ müssen, sondern aktiv gegensteuern können.

Passend zu „Fake News im Klimawandel“ haben die Projektpartner auch noch Anregungen zur Klimakommunikation erhalten. Das Fazit eines spannenden Vortrags von C. C. Mohr sind 10 Thesen (Infobox 2), bei denen es sich lohnt, auf der Webseite www.klimafakten.de weitere Details zu ergründen.

Das Fazit aus der Projektarbeit

Das Motto „Miteinander voneinander lernen“ hat alle Projektteilnehmenden – sowohl in der Kommunikation untereinander als auch in der Klimakommunikation mit den Zielgruppen – weitergebracht. 16 Bildungszentren – für jedes Bundesland eines – sind aber nicht genug für eine bundesweite, konzertierte Bildungslandschaft zum Klimaschutz, schon gar nicht in einem befristeten Förderprojekt. Benötigt wird vielmehr eine ausreichende, kontinuierliche, strukturelle und überregional gesteuerte Förderung. Mit dem Berliner Energie- und Klimaschutzprogramm (BEK 2030) und einem Klimaschutzreferat beim Senat für Umwelt, Verkehr und Klimaschutz sind die Voraussetzungen dafür so gut wie nie. Bis dieses Ziel erreicht ist, werden die Teilnehmerinnen und Teilnehmer des Projekts ihr Netzwerk weiterentwickeln und hoffentlich viele andere anstecken.

Dr. Karin Drong, Ökowerk Berlin e.V.
Evelyn Faust, Bumberger Mühle

Info 1
Klimaschutzinstallationen anderer Bundesländer
- Die Auwaldstation Leipzig hat ein e-Lastenrad als mobiles Element mit ange-schlossenem „Ökotrainer“ als Handyladestation angeschafft.
- Im Hamburger Umweltzentrum Gut Karlshöhe wird mit einer künstlerisch gestalteten „Gabione“ auf klimafreundlichen Konsum und den hohen Plastikverbrauch in unserer Gesellschaft aufmerksam gemacht.
- Am Haus des Waldes in Sachsen-Anhalt veranschaulicht eine Klimawaage den ökologischen Fußabdruck mit verschieden Gewichten (z.B. rot = schwer: Flugreisen, üppiges Konsumverhalten)
- Das NaturGut Ophoven in Leverkusen hat im November 2018 eine Installation zum Thema „Fake News und Klimawandel“ eröffnet.
Mehr zu den spannenden Installationen der anderen Einrichtungen verrät das Internet unter www. http://16bildungszentrenklimaschutz.de/praxisbeispiele/.


Info 2
10 Thesen zur Klimakommunikation

Vermitteln Sie keine Fakten (im Zweifelsfall auf Experten verweisen).
Ignorieren Sie Klima-Leugnisten.
Unser eigentliches Problem sind die Ja-aber-Skeptiker.
Keine gesellschaftliche Veränderung beginnt mit einer Mehrheit.
Sprechen Sie über das, was Ihnen nahe ist.
Sprechen Sie über Werte.
Sprechen Sie darüber, was Sie selbst bewegt.
Werden Sie politisch.
Achten Sie auf die Worte, die Sie wählen.
Stiften Sie Gemeinschaft.

Quelle: 10 Thesen zur Klimakommunikation von Carel Carlowitz Mohn, www.klimafakten.de, vorgetragen anlässlich der ANU Tagung 04.12.2018

 


Weiterführende Informationen und Materialien

Förderverein NaturGut Ophoven, Talstraße 4, 51379 Leverkusen, Ute Rommeswinkel, Tel.: 02171 7349941, E-Mail: ute.rommeswinkel@naturgut-ophoven.de, www.16bildungszentrenklimaschutz.de
NABU-Naturerlebniszentrum Blumberger Mühle, Blumberger Mühle 2, 16278 Angermünde, Evelyn Faust, Tel.: 03331 26040, E-Mail: Evelyn.Faust@NABU.de, www.blumberger-muehle.de
Naturschutzzentrum Ökowerk Berlin e.V., Teufelsseechaussee 22, 14193 Berlin, Dr. Karin Drong Tel.: 030 30000512, E-Mail: drong@oekowerk, www.oekowerk.de

www://16bildungszentrenklimaschutz.de/ueber-das-projekt/
www://16bildungszentrenklimaschutz.de/service/newsletter

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