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Ausgabe 1/2019

Waldschädlinge im Klimawandel

Klimaveränderungen und Witterungsextreme können im Wald u. a. die Intensität des Auftretens von Schadorganismen verändern oder auch die Regenerationsfähigkeit von Bäumen nach Schadereignissen verringern.

Seit Beginn der 1990er Jahre ist der Eichenprozessionsspinner nicht nur in Brandenburg ein zunehmendes Problem. Die Witterungsbedingungen im Frühjahr sind mitentscheidend für dessen Entwicklung: Eine früher Blattaustrieb, höhere Temperaturen und nur wenige Frosttage im April begünstigen die Überlebenschancen der Eiräupchen deutlich. Gleichzeitig müssen sich Eichen mit vielen Schadfaktoren auseinander setzen, die im Komplex nicht nur in Brandenburg Ursache einer messbar abnehmenden Vitalität sind, bis hin zum Absterben von Beständen..
2018 sind erstmals langjährig sehr regelmäßige Zyklen der Massenvermehrungen von Nonne und Kiefernspinner „außer Kontrolle“ geraten. Deren Raupen können auf großer Fläche Kiefern komplett kahl fressen und Ursache flächiger Waldverluste sein. Im Fläming kam es im vergangenen Jahr bereits nach drei bzw. vier Jahren wieder zu extrem hohen Raupendichten und deutlichen Fraßschäden, bisher war dies im Abstand von etwa zehn Jahren der Fall. Beide Nachtfalter profitieren von warmen und trockenen Witterungsperioden von August bis September. Gleichzeitig waren 2018 bei den Kiefern vielerorts braune Kronen sichtbar, eine Folge des Diplodia-Triebsterbens, verursacht durch einen Pilz.
Aktuell sind Buchdrucker, Lärchenborkenkäfer und Kiefernprachtkäfer sowohl von der Witterung als auch vom großen Angebot geeigneten Brutmaterials begünstigt. Nach den Stürmen 2017, außergewöhnlich vielen Waldbränden 2018 und fast jährlichen Fraßschäden durch nadelfressende Raupen fördern geschädigte und gestresste Bäume die Entwicklung dieser Käferlarven. Der warme, extrem sonnige und trockene Sommer 2018 hat beim Buchdrucker die Entwicklung von drei Generationen möglich gemacht. Riesige Flächen mit absterbenden und abgestorbenen Fichten sind die Folge, nicht nur in Deutschland. Die Herausforderung besteht jetzt darin, die weitere Ausbreitung der Käfer einzuschränken, das Holz zu verwerten und mit der neuen Baumgeneration die Wälder auch im Hinblick auf das Klima stabiler zu machen.
Der notwendige Waldumbau hin zu stabileren Wäldern ist unter den extremer werdenden Witterungsbedingungen eine große Herausforderung. 2018 waren die Dürreschäden in Brandenburg in Kulturen und Naturverjüngung noch höher als im heißen Sommer 2003.


Dr. Katrin Möller
Landeskompetenzzentrum Forst Eberswalde

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