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Liebe Leserinnen und Leser,

seit fast 30 Jahren informiert Sie das naturmagazin über die Natur in der Region Berlin/Brandenburg. Mit einem neuen Auftritt im Web und frischem Layout der Printausgabe möchten wir Sie zu weiteren Naturerlebnissen animieren. Neu ist auch die Kommentarfunktion, die Ihnen von nun an bei jedem Beitrag zur Verfügung steht. Wir sind gespannt auf Ihre Meinung!

Ihre naturmagazin-Redaktion


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Ausgabe 4/2015

Editorial

Liebe Leserinnen und Leser,

der Sommer ist schon etwas her, aber seit ich im Naturschutzzentrum Ökowerk Berlin im Mai 2015 Geschäftsführerin geworden bin, hatte ich das Privileg, Artenvielfalt aus nächster Nähe zu erleben: Wildbienen über Wildbienen, Schmetterlinge, die unseren wunderschönen Garten mit seiner – damals – sommerlichen Blütenpracht gern besuchten. Zauneidechsen mit Nachwuchs – kurzum, es „kreuchte und fleuchte“. Auch wenn ich sie nicht alle beim Namen nennen konnte, die kleinen Krabbeltiere, so konnte ich unsere Gäste doch immer in Erstaunen versetzen, wenn ich ihnen zum Beispiel erzählt habe, dass es allein über hundert Wildbienenarten auf unserem Gelände gibt. Ist schon etwas sehr besonderes, unser Ökowerk im Grunewald!

Eines beschäftigt mich, seit ich im Naturschutz tätig bin: Werden wir auch zukünftig noch Fachleute haben, die Artenvielfalt beim Namen nennen können? Sterben die Käfer-, Schmetterlings- und Bienenspezialisten sowie weitere Freilandökologen und Taxonomen nicht langsam aber sicher aus? Ich glaube, nicht nur die Biodiversität ist weltweit bedroht, sondern auch die Menschen, die sie erkennen und beim Namen nennen könnten. Und das in der Dekade der biologischen Vielfalt, die 2011 bis 2020 von den Vereinten Nationen ausgerufen wurde. Täuscht mich der Eindruck, dass in der universitären Ausbildung die Kenntnis von Flora und Fauna immer mehr hintenan steht? Wie sollen wir etwas schützen, was wir nicht erkennen können? Jeder Spezialist weiß: Tiere und Pflanzen werden auch zukünftig keine QR- oder Barcodes haben, die uns den Namen ihrer Art verraten.
Im Ökowerk bemühen wir uns seit 30 Jahren, Menschen jeden Alters für die Vielfalt der Natur zu begeistern. Bleibt zu hoffen, dass es auch genügend junge Leute gibt, die sich für Artenvielfalt als Wissenschaft begeistern und die fertig ausgebildet eine Chance haben, auf dem Arbeitsmarkt einen entsprechenden Einsatzort zu finden.

Dr. Christine Kehl
Geschäftsführerin des Ökowerk Berlin e.V.

 

 

P. S.: Einige Pflanzen in unserem Garten haben im Rahmen eines Projektes tatsächlich QR-Codes erhalten, aber bei weitem nicht alle! Gäste, die entsprechend technisch ausgerüstet sind, können per Scan Namen und Lebensweise erfahren – und die anderen können unseren Gärtner fragen.

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