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Unerhörtes hören

Fledermausdetektoren für Einsteiger und Fortgeschrittene

Fledermäuse sind Flugkünstler bei Nacht und Meister des Versteckens am Tag. Umso größer ist das Erfolgserlebnis, wenn es dennoch gelingt, diese faszinierenden Tiere in ihrem natürlichen Lebensraum zu beobachten. Klimafolgenforschung (PIK), der an der Studie mitgewirkt hat.

Die Tagesschlafplätze von Fledermäusen sind kaum auffindbar, sie sind in Spalten und Hohlräumen an Bäumen, Felsen, Häusern oder sonstigen Bauwerken verborgen. Leichter zu entdecken sind dagegen Wochenstuben und sonstige Quartiere, die von mehreren Tieren genutzt werden: Anflugspuren und auch die Kotkrümel der Tiere oder gar Urinspuren sind deutliche Indizien. In den frühen Morgenstunden sowie am Abend können auch die Soziallaute von Fledermäusen auf ein Quartier hinweisen. Diese Laute sind nämlich – im Unterschied zu ihren ultraschallhohen Orientierungsrufen – auch für das menschliche Gehör noch als schrilles Gezeter wahrnehmbar.
Die von Fledermäusen zur Echoortung genutzten Ultraschalllaute befinden sich im Frequenzbereich von 20 bis 140 Kilohertz (kHz) und sind damit für das durchschnittliche menschliche Gehör nicht mehr wahrnehmbar. Wer Fledermäuse bei ihren nächtlichen Flugkünsten beobachten möchte, kann diese Laute aber mit technischen Hilfsmitteln dennoch nutzen. Sogenannte Federmausdetektoren ermöglichen es, durch Zeitdehnung, Frequenzteilung oder technische Überlagerung von Frequenzen, Ultraschalllaute in für uns hörbare Geräusche umzuwandeln. Anhand ihrer Ortungslaute können wir die Tiere dann schon wahrnehmen, lange bevor wir ihre Silhouette in der Dunkelheit erkennen können. Wie in allen Bereichen ist auch bei den Fledermausdetektoren die Bandbreite der angebotenen Geräte in Qualität und Preis sehr vielfältig. Daher soll hier nur auf einige wenige Geräte exemplarisch eingegangen werden, die dem interessierten Laien einen Einblick in das Belauschen der Fledermäuse ermöglichen.
Ein günstiges Einstiegsmodell für Leute mit etwas handwerklichem Geschick ist der Fledermausdetektor zum Selberbauen von FRANZIS. Ein Bausatz mit guter Anleitung, für den man allerdings etwas Erfahrung im Löten mitbringen sollte, um dann Ultraschalllaute mit der recht guten Empfindlichkeit des Gerätes wahrnehmen zu können. Die ohnehin nicht ganz einfache Bestimmung einzelner Arten ist mit diesem Gerät jedoch kaum möglich.
Wer nicht so gerne bastelt aber insbesondere gerne mit Kindern auf die Such nach Fledermäusen gehen will, für den ist der BATz 2.0 das Richtige. Ein fertiges Gerät mit hoher Empfindlichkeit des Ultraschallmikrofons und noch dazu der Möglichkeit kurze Tonsequenzen aufzuzeichnen, um sich die gemachten Entdeckungen noch einmal in Ruhe anzuhören und mit anderen zu teilen.
Will man sich etwas intensiver mit den Ortungsrufen der Fledermäuse auseinandersetzen, dann sind beispielsweise SSF BAT2 oder der Pettersson D100 für den Einstieg das richtige, die sich durch empfindliche Ultraschallmikrophone mit einem weiten Erfassungswinkel auszeichnen. Damit können auch Tiere erfasst werden, die nicht unmittelbar auf den Beobachter zufliegen. Zudem ermöglichen diese Geräte Rückschlüsse auf die Frequenzen der empfangenen Fledermausrufe. Dies ermöglicht auch der Batscanner Stereo, der auch professionellen Ansprüchen gerecht wird.
Eine interessante Möglichkeit bei der Erfassung von Fledermäusen ist aber auch die Ergänzung des eigenen Smartphons mit einem Ultraschallmikrofon, beispielsweise mit dem M500-384 USB Ultrasound Microphone. Mit Hilfe einer preiswerten App können lassen sich dann auch noch die aufgenommenen Ortungslaute genauer analysieren.
Aber auch wer keinen Detektor zur Verfügung hat, kann sich einen Eindruck davon verschaffen, wie solche Ortungslaute nach ihrer "Übersetzung" klingen. Die kostenlose App BatLib macht es möglich. Sie lässt aber auch erahnen, wie schwierig es ist, einige Arten anhand ihrer Ortungslaute zu unterscheiden. Weiterführende Informationen über Fledermausrufe im Bat-Detektor enthält das gleichnamige Informationsheft des NABU von Axel Roschen und Herman Limpens.
Gut geeignete Orte für den Horchangriff auf Fledermäuse sind nicht nur die Fledermausquartiere während der Ein- und Ausflugszeiten. Interessant ist es auch, Wasserflächen, zu denen die Tiere zum Trinken und Jagen kommen oder gern genutzte Flugkorridore entlang von Baumreihen, Waldsäumen, Waldwegen, Hecken oder auch in Gebäudeschluchten zu beobachten. An solchen Orten kann es sich auch lohnen, ein Aufzeichnungsgerät für Fledermausrufe – beispielsweise die Minihorchbox von Batomania – für einige Nächte aufzuhängen und die aufgenommenen Daten später am Computer auszuwerten. Damit können dann auch die meisten heimischen Fledermausarten gut bestimmt werden.

Christiane Schröder

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