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Luzerne für den Rotmilan

Ein Beispiel für Landwirtschaft und Naturschutz im Einklang

Eigentlich werden auf den insgesamt 1260 Hektar großen Flächen der Aueroxenreservat Spreeaue GmbH vor allem Roggen, Hafer, Sonnenblumen und Lupinen angebaut. Seit Anfang Juni 2017 kommt auf zwölf Hektar Luzerne hinzu. Warum? Luzerne ist gut für den Rotmilan!

"In einem Luzernefeld können die Vögel ihre Beute einfach besser erkennen als in einem Maisfeld", erklärte Wolfram Hotzler, Chef des im Norden von Cottbus ansässigen Agrarbetriebs, Anfang Juni gegenüber der Lausitzer Rundschau. Das vom Landschaftspflegeverband Spree-Neiße organisierte Projekt "Rotmilan in der Spreeaue" wird in diesem Jahr von der Kreditanstalt für Wiederaufbau mit 4.500 Euro unterstützt. Es verfolgt das Ziel, das Nahrungsangebot für den Rotmilan zu verbessern. Die weltweit gefährdete Art brütet in Deutschland zwar noch in ca. 10.500 bis 12.500 Paaren, doch dies sind mehr als 50 Prozent des weltweiten Brutbestandes. Deutschland und speziell Brandenburg tragen daher eine besondere globale Verantwortung für den Erhalt der Art.
Für Wolfram Hotzler und sein Team sind Landwirtschaft und Naturschutz untrennbar miteinander verbunden. Auch ihren Namen trägt die Aueroxenreservat Spreeaue GmbH nicht von ungefähr: 70 Hektar Fläche bieten 80 Aueroxen viel Raum. Stolz ist man auch auf die Renaturierung der Spreeaue, die als Ausgleich für ein durch den Tagebau Cottbus-Nord verloren gegangenes Teichgebiet finanziert wurde. Heute brüten dort wieder Kiebitze und auch Bekassinen seien hin und wieder zu sehen, so Hotzler. Bei der Bearbeitung des Bodens werde besonders auf die am Boden brütenden Vögel geachtet. Wird ein Gelege entdeckt, wird die Hacke hochgenommen. Er und seine Mitarbeiter wollen etwas für die Natur und Artenvielfalt im Spreewald tun, betont Hotzler, dem deswegen auch das Rotmilan-Projekt so gut gefällt. Derzeit habe der Rotmilan bis zu sechs Brutpaare in der Spreeaue, erklärte Hendrik Zank, der bei der LEAG für Rekultivierungsmaßnahmen zuständig ist, beim Projektstart Anfang Juni in Sielow.
Auch Josef Göppel, CSU-Bundestagsabgeordneter und Vorsitzender des Deutschen Verbands für Landschaftspflege (DVL), war zum Projektstart nach Sielow gekommen. Bei inzwischen 165 Landschaftspflegeverbänden in ganz Deutschland sei Cottbus/Spree-Neiße ein wichtiger Stützpunkt, speziell aber die Aueroxenreserverat Spreeaue GmbH.

nm

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