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Klare Regeln!

Erster Entwurf der Wolfsverordnung lässt zu viel offen

„Das Ziel des brandenburgischen Wolfs-Managementplans ist die Lösung der Konflikte, die mit der Rückkehr des Wolfes verbunden sind. Der Managementplan soll auf diese Weise die notwendige Akzeptanz für eine dauerhafte Rückkehr des Wolfes nach Brandenburg herstellen und dazu beitragen, dass das Vorkommen von Wölfen zur Normalität wird“, heißt es im 2012 verabschiedeten Managementplan für den Wolf in Brandenburg. Seitdem 2009 nach über hundert Jahren erstmals wieder Wolfswelpen in Brandenburg aufgezogen wurden, konnte sich der Wolf kontinuierlich ausbreiten. Derzeit sind 25 territoriale Vorkommen bestätigt. Dennoch wird der Wolf noch längst nicht als Normalität in unserer Landschaft wahrgenommen.

Aktuell steht die Überarbeitung des Managementplans auf der Agenda der Landesregierung. Begleitet wird der Vorgang von einer intensiven Diskussion, der häufig die notwendige Sachlichkeit und Objektivität verloren geht. Der Wolf ist ein natürlicher Bestandteil unseres Ökosystems. Der Mensch ist nun gefordert, Lösungen zu finden, die ein konfliktarmes Miteinander von Weidetierhaltung und Wolfsvorkommen ermöglichen.
Einen Teil dieser Lösungen soll schon bald die Brandenburgische Wolfsverordnung mit sich bringen. Sie soll den Weg bereiten, um Wölfe, die Menschen gefährlich werden oder gelernt haben, Herdenschutzmaßnahmen zu überwinden, unbürokratischer als bislang töten zu können. Ende Mai stellte das Ministerium für ländliche Entwicklung, Umwelt und Landwirtschaft den ersten Entwurf einer solchen Verordnung vor. Alle Beteiligten begrüßten zunächst deren Erarbeitung – doch der Entwurf enttäuschte so manche Erwartung. Zu wenig trage diese Wolfsverordnung zu einer eindeutigen Klärung bei, wie bei der Bewertung eines für Mensch und Weidetier problematisch werdenden Wolfsverhaltens vorzugehen sei. Dabei wäre es so wichtig, die aus einer solchen Bewertung resultierenden Konsequenzen eindeutig zu benennen und als Botschaft in die Öffentlichkeit zu tragen.
Bei Wolfsvorfällen – häufig handelt es sich um Risse von Weidetieren – soll für alle Betroffenen eine zufriedenstellende Lösung gefunden werden. Der Umgang mit dem Wolf wird auch in Zukunft einen kontinuierlichen Lern- und Verbesserungsprozess verlangen. Der NABU setzt auf Dialog und gegenseitiges Verständnis.

Christiane Schröder

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