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Ausgabe 2/2018

Blick über den Tellerrand zum World Ranger Day

Ranger arbeiten weltweit in Schutzgebieten und seit 27 Jahren auch in Bran-denburg. Alle haben eine gemeinsame Aufgabe: Naturschätze zu bewahren und sich für eine intakte Natur und Umwelt einzusetzen. Ihre Anforderungen und Arbeitsbedingungen sind jedoch von Region zu Region sehr unterschiedlich. In manchen Ländern riskieren hauptamtliche Naturschützer sogar ihr Leben. Da-ran erinnert jedes Jahr am 31. Juli der World Ranger Day.

Die Ranger der Naturwacht Brandenburg beteiligen sich zum wiederholten Male an den Aktionen der International Ranger Federation (IRF) zum World Ranger Day. In mehre-ren Großschutzgebieten des Landes bieten sie eigens Führungen an. Sie machen da-bei auf die Situation der Ranger weltweit aufmerksam und sammeln Spenden für die „Thin Green Line Foundation“. Diese Stiftung der IRF unterstützt mittellose Familien verletzter oder ums Leben gekommener Ranger.
„Mit unserer Teilnahme am World Ranger Day zeigen wir uns solidarisch mit den Rangern weltweit“, erklärt Manfred Lütkepohl. Dem Leiter der Naturwacht Brandenburg ist der weltweite Zusammenhalt der hauptamtlichen Naturschützer sehr wichtig. Regel-mäßig reist er mit Kollegen zu den Kongressen der IRF, um sich mit Rangern aus aller Welt auszutauschen und Partnerschaften aufzubauen.
Ranger Oliver Büxler aus dem Naturpark Märkische Schweiz schloss sich im April 2016 einer Gruppe von Freiwilligen an, die den Banhine Nationalpark in Mosambik besuch-ten. Für zwei Wochen bereiste die Gruppe aus Ärzten, Naturschützern, Regionalplanern und Tourismusexperten den 7000 Quadratkilometer großen Nationalpark und tauschte sich mit den dort tätigen Rangern aus.
„Die Menschen leben dort wirklich in einfachsten Verhältnissen. Es fehlt an medizini-scher Versorgung und sogar an sauberem Trinkwasser. Dennoch sind sie unglaublich freundlich und strahlen für diese Verhältnisse eine beeindruckende Leichtigkeit aus“, berichtet Büxler.
Mosambik zählt zu den ärmsten Ländern der Welt. So überrascht es auch nicht, dass es bisher nicht gelang, ein tragfähiges Konzept für den Bahnhine Nationalpark zu entwi-ckeln. Dieser führt ein Schattendasein im Vergleich zu den benachbarten und weltweit bekannten Kruger- und Limpopo-Nationalparken an der Grenze zu Südafrika. Die Gruppe aus Deutschland war daher zunächst darum bemüht, einige der drängendsten Probleme vor Ort abzumildern. Es wurden kostenfreie Sprechstunden durch die mitge-reisten Ärzte organisiert und Lebensmittel verteilt.
Wer mehr über die Arbeitsbedingungen von Rangern in anderen Ländern erfahren möchte, kann sich den Führungen der Naturwacht zum World Ranger Day anschließen. Folgende Schutzgebiete bieten Exkursionen an: Biosphärenreservat Spreewald, Natur-park Uckermärkische Seen, Naturpark Stechlin-Ruppiner Land, Naturpark Dahme-Heideseen, Naturpark Niederlausitzer Heidelandschaft, Naturpark Schlaubetal, Natur-park Märkische Schweiz. Alle Termine und weitere Details zu den Führungen unter: www.naturwacht.de


Hintergrund

Schätzungen der International Ranger Federation zufolge engagieren sich zwischen 300.000 und 500.000 Ranger weltweit für einen nachhaltigen Naturschutz. Sie bemü-hen sich um einen Ausgleich zwischen den Bedürfnissen des Naturschutzes und den Ansprüchen anderer Interessengruppen und bieten Umweltbildungsmaßnahmen an. Mancherorts sind sie selbst Gefahren ausgesetzt, zum Beispiel durch Wilderer. 
In den vergangenen zwölf Monaten registrierte die Internationale Ranger-Vereinigung insgesamt 102 Todesfälle. Fast jeder zweite Ranger starb durch die Hand von Wilde-rern, andere bei zum Teil tragischen Arbeitsunfällen. Beinahe alle Todesfälle wurden in Afrika und Indien, einige wenige auch in Nordamerika und Europa verzeichnet.

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