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Ausgabe 1/2014

Wetterextreme

Vorhersagen im Internet

Was leisten Internetseiten, wenn man rasch Angaben zu Unwettern braucht? Wir haben einige für Sie getestet.

Nicht nur für Reisende, Landwirte oder den Straßenbau ist es wichtig, möglichst genaue Wettervorherhersagen für ein Gebiet zu bekommen oder vor Unwetter gewarnt zu werden. Auch „Normalverbraucher“ wollen sich auf wechselnde Situationen einstellen. Das Internet bietet hierfür verschiedene Wetterportale, die solche Aussagen treffen.
Mit der Eingabe „Unwettervorhersage“ über die Maske einer Suchmaschine finden sich stets mehrere Anbieter. Ganz oben in unserem Fall die Seite www.unwetterzentrale.de. Einfach, verständlich und übersichtlich präsentiert die in der Schweiz ansässige Meteomedia AG aktuelles Wetter und Warnungen für Deutschland und Europa. Das Wichtigste: Eine Übersichtskarte warnt sofort und wenn nötig in mehreren Farben vor Gefahren in den jeweiligen Gebieten. Eine Legende erläutert den Grad der Gefährdung. Durch Mausklick auf die Gefahrenzone wird diese aus der Deutschlandkarte vergrößert und im Detail angezeigt. Das lässt sich fortführen, bis beispielsweise aus dem kleinen orangen Fleck im südlichen Bayern die konkrete Unwetterwarnung Stufe Orange vor Starkschneefall in Berchtesgaden mit Angabe der voraussichtlichen Neuschneehöhe wird. Neben der Möglichkeit, über die Deutschlandkarte in das jeweils interessierende Gebiet zu gelangen, kann man alternativ über ein verlinktes Menü navigieren und einzelne Bundesländer aufrufen. Die Seiten sind schnell aufgebaut, die Handhabung ist auch für unerfahrene Nutzer leicht. Für weitere europäische Länder sind ebensolche Informationen abrufbar. Die Ausgangsdaten stammen von eigenen Wetterstationen, Meteomedia Unwetter-Referenzstationen sowie Stationen anderer Netze, die im eigenen Haus statistisch aufbereitet werden. Auf der Website können die Nutzer aber auch selbst aktiv werden und Unwetter melden: Beobachtungen müssen als Text formuliert und nach vorgegebenen Schwellenwerten eingestuft werden. Die Experten behalten sich nach Überprüfung vor, die Informationen zu veröffentlichen. Fazit: Die Website bietet eine schnelle Möglichkeit, sich über Unwetterart und -stärke sowie Prognosen zu informieren. Etwas störend ist allerdings die Werbung.
Ein anderes Suchergebnis ist die Seite „Warnungen“ des Deutschen Wetterdienstes www.dwd.de. Der präsentiert sich zurückhaltender in Farbe und Größe, so dass Grundaussagen eventuell nicht ganz so rasch erfasst werden. Der Aufbau – linksseitig Menüführung, mittig die Karten, rechts Legenden – ist jedoch ähnlich. Angenehm: Keine Ablenkung durch Werbung, die Informationen machen einen professionellen Eindruck. Das wird durch das Logo des Bundesverkehrsministeriums, dessen Geschäftsbereich der DWD ist, unterstrichen. Der DWD hat nicht nur die Aufgabe, Bürger mit Wetterdaten zu versorgen oder vor Unwettern zu warnen, sondern ist auch für die Erfüllung der meteorologischen Erfordernisse aller Wirtschafts- und Gesellschaftsbereiche in Deutschland zuständig. Ebenso übernimmt er internationale Verpflichtungen. Dafür stehen ihm etwa 2.200 Mitarbeiter und ein breites Messnetz von Wetterwarten und -stationen und ein maritimes Erfassungssystem zur Verfügung. Informationen über Unwetter, deren Art und Entwicklung erhält der Benutzer auch dort durch Mausklick auf farblich abgestufte Bereiche. Informationsangebote zu Bio-, Welt-, Agrar-, Flug-, See- oder Satellitenwetter machen den Nutzer neugierig, führen aber auch zu gefühlter Überfrachtung der Seite. Eigene Wetterbeobachtungen können auch hier gemeldet werden. Fazit: Die Seite bietet breiteren Zielgruppen große Informationsdichte bei einfacher Bedienung.
Mit verwirrend viel Werbung wird man auf der Website von donnerwetter.de empfangen. Die Bonner Betreiber sind für lokale Medien im „Wettergeschäft“ und wollen verlässliche und ausführliche Informationen verständlich und unterhaltsam präsentieren. Das gelingt: Ein animiertes Regenradar, gestaffelt nach Tageszeiten, ist ein Highlight. 5.000 Besucher liefern Messdaten, die ständig abrufbar sind. Unwetterwarnungen erscheinen nach PLZ-Eingabe, allerdings weniger detailreich.
Die Website „skywarn.de“, Plattform eines Vereins, bietet keine umfassende Wetterbetrachtung, sondern, manchmal mit einem Augenzwinkern, nur angemeldeten Nutzern in den betroffenen Regionen kurzfristig Warnung. Man kann sich „…direkt auf die Situation einstellen (z.B. sofort vom Biergarten ins Innere eines Lokals gehen)", heißt es in der Selbstdarstellung. Spannend ist auch auf der Skywarn-Seite das animierte Niederschlagsradar (zurzeit in Beta-Phase): Nach Eingabe eines Zeitraumes, der auch mehrere Tage zurückliegen kann, können Regengebiete in ihrer Entwicklung und Bewegung verfolgt werden – natürlich rückwirkend. Die Darstellung wäre perfekt, wenn der jeweilige Zeitpunkt deutlicher würde. Der Anbieter versteht sich seit 2003 als Ergänzung anderer Portale, er bezieht seine Informationen von ehrenamtlichen Chasern (Verfolger) und Spottern (Aufklärer) vor Ort – Helfer willkommen. Die Kombination von menschlicher Wahrnehmung und Technik sei effektiv. Beim Unwettermeldezentrum kann man sich aktuell informieren, selbst melden oder im Archiv suchen. Fazit : Zwei niederschwellige Angebote mit Infos und Spaßfaktor, die ihre Zielgruppe haben.


Andrea von Fournier

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