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Ausgabe 1/2014

Von Vielfalt begeistert

Ein Verein macht sich in der Märkischen Schweiz Umweltbildung zum Inhalt

Informations- und Öffentlichkeitsarbeit sind die zentralen Anliegen des Vereins Naturschutzpark Märkische Schweiz e.V. und Inhalt eines rund zweieinhalb jährigen Projektes, das er derzeit umsetzt. Außerdem entwickelt der Verein neue Angebote zum Naturschutz in der Märkischen Schweiz.

Im Mittelpunkt des Projektes "Artenreich Märkische Schweiz" stehen die europaweiten Bemühungen zum Schutz von Lebensräumen und seltenen Tier- und Pflanzenarten, die mit Begriffen wie Natura 2000 und FFH-Gebieten verknüpft sind. Das Schutzgebietssystem, das sich hinter diesen oft unbekannten Namen verbirgt, hat sich die EU ausgedacht: Überall in Europa werden kleine, schützenswerte Inseln und „Schatztruhen“ mit artenreicher Flora und Fauna erhalten und durch mehr oder weniger weitläufige Korridore verbunden. Die Arten können auf ihnen "wandern", was der Vielfalt der Wildkräuter und Wildtierarten zu Gute kommt. Darüber hinaus tragen sie mit ihrem genetischen Potential dazu bei, mit den Folgen des Klimawandels besser zurechtzukommen. Um stabile Lebensgemeinschaften bilden können, benötigen die Arten angemessen große Lebensräume. Genau wie wir Menschen auch…
Mensch und Natur sind bei der Bewahrung der Lebensraum- und Artenvielfalt auf vielfältigste Weise miteinander verbunden – wir nutzen die Natur zur Erholung, zur Ernährung, zur Versorgung mit Produkten des täglichen Bedarfs und um „unser täglich Brot“, etwa in den weiten Arbeitsfeldern Tourismus, Bildung oder Gesunderhaltung, zu verdienen. Wie profitieren wir von der Artenvielfalt? Wie und wo können wir sie im Alltag entdecken und behutsam nutzen? Diese Fragen wurden im Rahmen des Projektes Menschen im Naturpark gestellt. Heraus kamen ganz individuelle und persönliche Geschichten, die Erfahrungen, Wissen und Anregungen zum Umgang zum Thema Mensch und Natur liefern. Auf der Internetseite www.naturschutzpark-verein.de/Natura2000 sind sie veröffentlicht. Bei ihrer Lektüre wird deutlich, dass diese "Kronjuwelen" der Natur tatsächlich auch Kulturgut sind, denn Oma und Opa haben eventuell mit Ihnen Krankheiten geheilt, Geschirr geputzt oder sie zu bestimmten Anlässen – wie auch immer – verwendet.
Die Projektmitarbeiter informieren aber nicht nur Einwohner, sondern auch Touristen und Gäste über die Bedeutung der Biologischen Vielfalt. Genüssliche bis abenteuerliche Führungen präsentieren die „Schatztruhen“ vor unserer Haustür unter fachkundiger Leitung.
Mit dem vom Verein entwickelten „NaturparkTracker“ können Besucher ab Frühjahr 2014 diese „Schatztruhen“ in der Märkischen Schweiz selber entdecken. Ein GPS-Gerät führt auf verschiedenen Routen durch den Naturpark und zu besonders interessanten Orten. Die Besucher können in Lebensräume eintauchen und eine kleine Vielfalt von Arten kartieren und kennenlernen. Die Geräte und eine Einführung erhalten Interessierte im Besucherzentrum „Drei Eichen“. Nach der Wanderung werden die Daten aus dem Gerät gelesen und ins Internet geladen. Die entdeckten Arten sind dann im Internet auf einer Karte sichtbar. Je mehr Menschen teilnehmen, umso mehr „Funde“ können dort abgerufen werden – und machen hoffentlich Lust und neugierig auf die nächste Tour!
Entdecken Sie doch zum Beispiel die vielen Libellenarten, die dem Naturpark einst sein Logo gaben, erfreuen Sie sich an blühenden Wiesen und besonderen Orchideen-Schätzen, lauschen Sie den Kranichen und Wildgänsen oder „lauern“ Sie dem Fischotter auf.
Einige Geschichten von Bettina Römich erzählen von solchen Begegnungen, so beispielsweise die Geschichte „Altweibersommer“:
„… Nach einer Weile biegt der sonnige Sandweg ab und läuft zwischen zwei Pferdeweiden in den Wald hinein. Es ist ein bisschen wie eine Aromatherapie hier durch die kräuterreiche Landschaft zu wandern. Die Düfte wechseln sich ab. Im Hintergrund riecht man immer den schweren Kieferharzgeruch. Er wird ergänzt durch die Gerüche verschiedenster Kräuter, die am Wegrand auftauchen und sich abwechseln. Am Eingang zum lichten Wald verändern sich die Lichtverhältnisse. Hier ist der Tau gerade erst verdunstet. Es hängt noch die Feuchtigkeit in der Luft und verstärkt die Gerüche. Manchmal laufe ich durch Duftspuren von Tieren wie Marder oder Wildschwein. Hier im Halbdunkel des Waldes fällt mir etwas auf, das mir im gleißenden Sonnenlicht des Tages entgangen ist. Es gibt überall Spinnennetze! Altweibersommer! Im einfallenden Sonnenlicht glitzern ihre Fäden silbrig. …“
Auch diese und weitere Geschichten finden Sie auf der Artenreich-Internetseite – oder erleben Sie sie selbst unterwegs in der Märkischen Schweiz und werden Artenreich-Botschafter!



Gemeinsam mitten drin
Das Artenreich Märkische Schweiz ist eines von vier Teilprojekten der Arbeitsgemeinschaft Natur- und Umweltbildung (ANU) Brandenburg und wird mit EU-Mitteln des Europäischen Landwirtschaftsfonds für die Entwicklung des Ländlichen Raums (ELER) sowie des Naturschutzfonds Brandenburg gefördert.
www.naturschutzpark-verein.de
www.naturschutzpark-verein.de/Natura2000
www.anu-brandenburg.de/Natura2000

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